Kursprogramm 2018

Die Edirom Summer School 2018 findet in diesem Jahr vom 17. bis 21. September statt. Zur bequemen An- und Abreise beginnt die ESS erneut Montagmittag und endet Freitagmittag, 12:45 Uhr. Die Kurse beginnen «c.t.», sodass das Heinz-Nixdorf-Institut mit dem Bus aus der Stadt pünktlich erreicht werden kann.

Übersicht 2018
(Stand: 5. September 2018)

Programmübersicht

Arbeiten mit XML (deutsch)

Arbeiten mit XML

Dozent: Peter Stadler

Universität Paderborn
Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe

Zeit: Mi, 19.09., 09:15–17:45 Uhr

Raum: F0.231

XML-basierte Datenformate werden im Bereich der Digital Humanities viel und breit eingesetzt. Sie können sowohl zur Auszeichnung von Texten (TEI) oder Musiknotation (MEI) als auch zur Beschreibung mathematischer Formeln (MathML), von Grafiken (SVG), Geodaten (KML) oder Graphen (GraphML) genutzt werden. Zum (generischen) Analysieren, Validieren und Bearbeiten von XML existiert eine Reihe von «X-Technologien», die in diesem Kurs überblicksartig demonstriert werden sollen. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf kleinen praktischen Übungen mit dem oXygen-XML-Editor liegen, der als Arbeitsumgebung ebenfalls vorgestellt wird.

Kurssprache
deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
XML
Software
oXygen XML Editor
Zielgruppe
Einsteiger
Kosten
16,- Euro

Digitale Editionen anreichern (deutsch/english)

Digitale Editionen anreichern

Dozent: Johannes Kepper

Universität Paderborn
Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

Beethovens Werkstatt

Zeit: 4 Tage, Di, 18.09., 11:15–Fr, 21.09., 12:45

Raum: F2.211

«Digitale Editionen werden niemals fertig.» Solche Aussagen finden sich immer wieder, und meist sind sie nicht positiv gemeint. Gleichwohl klingt hier auch ein wesentlicher Vorteil digitaler Arbeitsweisen an: Neuere Editionen können leicht auf (frei verfügbare) frühere Editionen des gleichen Werks zurückgreifen und dieses weiter anreichern. In diesem Seminar soll versucht werden, exemplarisch an einem Ausschnitt aus Johann Sebastian Bachs h-Moll Messe eine übliche Edirom-basierte Edition mit Notentexten anzureichern. Vermittelt werden dabei einerseits fortgeschrittene Konzepte von MEI (etwa im Hinblick auf textgenetische Fragestellungen bzw. Autorschaft), aber auch deren Darstellungsmöglichkeiten mit Verovio. Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse von MEI sowie ein einfaches Verständnis von Webtechnologien (HTML, CSS, Javascript), um gemeinsam eine einfache Web-Anwendung entwickeln zu können.

«Digital editions are never completed.» Such statements can be found again and again, and they are usually not meant positively. Nevertheless, this also hints at a major advantage of digital working methods: Newer editions can easily build on (freely available) earlier editions of the same work and further enrich them. The aim of this seminar is to try to enrich a standard Edirom-based edition with music encodings. We will use an excerpt from Johann Sebastian Bach's Mass in B minor as example. On the one hand, advanced concepts of MEI (e.g. with regard to authorship and other text genetic questions) will be covered, but on the other hand also their presentation possibilities with Verovio. Basic knowledge of MEI and a simple understanding of web technologies (HTML, CSS, Javascript) are required in order to jointly develop a simple web application.

Kurssprache
Englisch/Deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
Keine
Software
XML-Editor, Webbrowser
Zielgruppe
Anfänger
Kosten
56,– Euro

Edirom: Werkzeuge für die Erstellung und Präsentation digitaler Musikedition (deutsch)

Edirom: Werkzeuge für die Erstellung und Präsentation digitaler Musikedition

Dozent: Daniel Röwenstrunk

Universität Paderborn
Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

ZenMEM

Zeit: Do, 20.09., 11:15–17:45 Uhr und Fr, 21.09., 09:15–12:45 Uhr

Raum: F1.110

Welche Möglichkeiten bieten die Edirom-Werkzeuge zur Erstellung digitaler Musikeditionen? Ausgehend von einem Überblick über wissenschaftlich-kritische Musikeditionen in digitaler Form werden die Methoden und Werkzeuge vorgestellt und an einer Beispieledition praktisch erprobt.

Das Zentrum Musik – Edition – Medien hat die Entwicklung der Edirom-Werkzeuge übernommen und stellt im Rahmen des Projekts neue Ansätze und Softwarewerkzeuge vor, die einen leichteren und direkteren Umgang mit den Materialien ermöglichen. Dieser Workshop richtet sich insbesondere an künftige und aktuelle Benutzer der Edirom-Werkzeuge. Teilnehmer, die sich grundlegend über die Edirom-Werkzeuge informieren möchten, sind ebenfalls herzlich willkommen.

Kurssprache
deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
Keine
Software
Browser (Chrome, Firefox, Safari)
Zielgruppe
Anfänger
Kosten
24,- Euro

Keynote (deutsch)

Keynote: Digital Humanities und Kulturerbe: Vernunftehe oder unwiderstehliche Leidenschaft?

Referentin: Prof. Dr. Anne Baillot

Universität Le Mans

Zeit: Di, 18.09., 18:00–19:30 Uhr

Raum: ZM 01-28

Mit dem Anspruch, der mit der Bezeichnung «Digital Humanities» einhergeht, dem Anspruch nämlich die Geisteswissenschaften in ihrer Gesamtheit unter einen Hut zu bringen, verbindet man unvermeidlich die Erwartung, dass die DH über einen Ansatz verfügen, der in allen betroffenen Disziplinen gleichermaßen einsetzbar wäre. Faktisch entwickeln sich die unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Fächer in ihrer Beziehung zu den Digital Humanities unterschiedlich. Noch lässt in vielen Bereichen der große digitale Durchbruch auf sich warten.

In diesem Vortrag steht die Interaktion zwischen Digital Humanities und Kulturerbeforschung im Fokus. Gezeigt werden soll, wie die Verbindung dieser zwei Bereiche, die in den letzten Jahren maßgebliche disziplinäre Wandlungen erlebt haben, möglichst fruchtbar gestaltet werden kann. Und nebenbei wird auch gezeigt, dass es sehr wohl einen gemeinsamen Ansatz gibt, der das Fach zu methodischer Festigung und disziplinärer, internationaler Verortung verhelfen kann: Es ist die Erarbeitung von gemeinsamen Standards, die nicht zuletzt im Wust der Cultural Heritage Big Data Orientierung verschaffen kann.

Sprache
Deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
Keine
Zielgruppe
Einsteiger und Fortgeschrittene
Kosten
Keine

MEI für Einsteiger (deutsch)

MEI für Einsteiger

Dozent: Joachim Iffland

Universität Paderborn
Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

ZenMEM

Zeit: Mo, 17.09., 14:15–17:45 Uhr und Di, 18.09., 11:15–17:45 Uhr

Raum: F0.231

Der MEI-Einführungskurs richtet sich an MEI-Neulinge gleichermaßen wie an TeilnehmerInnen, die bereits Erfahrungen mit dem Format haben. Ein grundlegendes Verständnis von Musiknotation wird vorausgesetzt. Der Kurs umfasst eine Einführung in die Codierung von Musiknotation mit MEI und dem damit verbundenen Prinzip von XML. Daneben wird eine grundlegende Einführung in die Metadaten-Codierung und in den Aufbau des MEI-Headers gegeben. Dabei sollen praktische Erfahrungen gesammelt und spezielle Anwendungen und Codierungsbeispiele erprobt und diskutiert werden. Gerne dürfen auch eigene Beispiele mitgebracht werden.

Als Vorbereitung für den Kurs ist es empfehlenswert, sich auf den Seiten der Music Encoding Initiative über das Arbeiten mit MEI zu informieren. Darüber hinaus wird darum gebeten, einen eigenen Laptop mitzubringen. Ebenso ist vor Beginn des Kurses die kostenlose Demoversion des XML-Editors oXygen zu installieren, um eine einheitliche Ausgangssituation zu gewährleisten.

Kurssprache
deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
XML-Grundkenntnisse und musikalisches Grundverständnis
Software
XML-Editor (z.B. oXygen), Internetbrowser
Zielgruppe
Einsteiger und fortgeschrittene Anfänger
Kosten
24,- Euro

MEI für Fortgeschrittene (deutsch)

MEI für Fortgeschrittene

Dozentin: Agnes Seipelt

Universität Paderborn
Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

Digitale Musikanalyse mit den Techniken der Music Encoding Initiative (MEI) am Beispiel der Kompositionsstudien Anton Bruckners

Zeit: Do, 20.09., 11:15–17:45 Uhr und Fr, 21.09., 9.15–12:45 Uhr

Raum: F0.231

Das Datenformat MEI bietet sehr vielfältige Möglichkeiten zur Codierung von Musiknotation. Verschiedene Problemstellungen erfordern auch unterschiedliche Herangehensweisen und haben entsprechende Auswirkungen. Bogensetzung, Textunterlegung, der Umgang mit mehreren Quellen oder die Auszeichnung von Varianten können als solche Beispiele dienen. Im Kurs werden eben diese Phänomene thematisiert und die Kursteilnehmer sollen den Umgang mit Datenmodellen, methodischen Konzepten und deren Anwendbarkeit lernen. Die Kombination mit anderen Datenformaten und das Einbinden in andere Softwareumgebungen oder das Verknüpfen mit etwaigen Technologien soll beispielhaft gezeigt und zusammen entwickelt werden.

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Kurs ist der sichere Umgang mit dem MEI-Datenformat und den Guidelines, ein grundlegendes Verständnis von Musiknotation sowie Erfahrungen im Arbeiten mit XML und X-Technologien. Die Teilnehmer sind außerdem dazu aufgefordert, eigene Beispiele und Fragen bzw. Themen mitzubringen, welche bearbeitet werden können. Der Kurs soll mit den Teilnehmern zusammen gestaltet und Sachverhalte gemeinsam bearbeitet werden. Eine installierte aktuelle Version des XML-Editors Oxygen und ein zuverlässiger Browser werden für die Teilnahme an diesem Kurs vorausgesetzt.

Kurssprache
deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
Sicherer Umgang mit MEI, musikalisches Grundverständnis sowie Erfahrung mit XML und X-Technologien
Software
XML-Editor (z.B. oXygen), Internetbrowser
Zielgruppe
Fortgeschrittene
Kosten
24,- Euro

MEI Metadaten (deutsch)

MEI Metadaten

Dozentin: Kristina Richts

Universität Paderborn
Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

Detmolder-Hoftheater-Projekt

Zeit: Do, 20.09., 11:15–17:45 Uhr und Fr, 21.09., 09:15–12:45 Uhr

Raum: F0.225

MEI bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Erfassung deskriptiver, administrativer und technischer Metadaten. Je nach Anwendungsfall kann der Header einer MEI-Datei auf ein Mindestmaß an Informationen beschränkt bleiben oder einen sehr hohen Detaillierungsgrad erreichen. Innerhalb des Kurses werden unterschiedliche Metadaten- und Modellierungskonzepte vorgestellt und diskutiert. Die TeilnehmerInnen lernen den Umgang mit komplexeren MEI Metadaten anhand von Codierungsbeispielen. Gerne kann hierfür auch eigenes Material mitgebracht werden.

Der Kurs ist dieses Jahr Teil des dreitägigen MEI-Metadaten-Treffens, das eine Fortsetzung des Workshops «Metadata Profiles for MEI» darstellt, der im November 2017 an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz stattfand. Der Schwerpunkt des diesjährigen Treffens wird auf Quellenbeschreibungen liegen. Es wird empfohlen, den Kurs in Kombination mit dem Experten-Gespräch zum Detmolder Hoftheater Projekt zu besuchen. Im Anschluss an den Metadaten-Kurs wird es ein Wrap-Up am Freitagnachmittag (Ende: 15:30 Uhr) geben.

Kurssprache
deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
XML-Kenntnisse, grundlegende MEI-Kenntnisse
Software
JavaScript-fähiger Browser (z.B. Firefox, Google Chrome, Internet Explorer); XML-Editor (z.B. oXygen) oder eventuell Text-Editor
Zielgruppe
Fortgeschrittene
Kosten
24,- Euro

Postersession (deutsch/english)

Postersession

Moderation: Irmlind Capelle

Zeit: Mo, 17.09., 18:00–19:00 Uhr

Raum: n.n.

Die Postersession, an der sich alle TeilnehmerInnen beteiligen können, gibt Gelegenheit, mit einem Poster und max. dreiminütigem Kurzvortrag eigene Ideen und Projekte rund um die Themen «Digitale Musikwissenschaft», «Digitale Musikedition» bzw. «DH im Kontext der Musikwissenschaft» zu präsentieren und zu diskutieren.

Die Poster werden anschließend bis zum Ende der ESS im Foyer hängen, sodass sie auch an den folgenden Tagen als «Werbung» und Diskussionspunkt dienen. Wie im letzten Jahr, werden wir auch diesmal das beste Poster prämieren.

InteressentInnen bitten wir, sich bis zum 1. September anzumelden:
ess@edirom.de

Kurssprache
deutsch/englisch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
keine
Zielgruppe
Einsteiger und Fortgeschrittene
Kosten
keine

Programmieren für Geisteswissenschaftler (Ausgebucht!)

Programmieren für Geisteswissenschaftler

Dozenten: Andrew Hankinson, Daniel Röwenstrunk

Universität Paderborn
Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

ZenMEM

Zeit: Mi, 19.09., 09:15–17:45 Uhr

Raum: F1.110

Programmierkenntnisse sind auch für Geisteswissenschaftler von immer größerer Bedeutung, erlauben sie doch, die Fülle an Forschungsdaten, die nun zu einem Großteil digital vorliegen, automatisiert zu organisieren, zu analysieren und zu prozessieren. Im Rahmen des Kurses sollen basale Methoden des Programmierens vermittelt werden, um einen Einstieg in Programmierkonzepte und -sprachen zu ermöglichen. Es sind explizit keine Vorkenntnisse erforderlich. Der Kurs wird auf deutsch und englisch angeboten.

Programming skills are of increasing importance also to humanities scholars as they allow them to automatically organize, analyze, and process the wealth of research data, most of which are digitally available by now. The course aims at teaching basic methods of programming in order to gain access to programming concepts and languages. There is no prior knowledge required. The course is offered in german and english.

Kurssprache
deutsch/englisch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
keine
Software
Python (aktuelle Version unter https://www.python.org/)
Zielgruppe
Anfänger
Kosten
16,- Euro

Quellenerschließung mit MEI – Erfahrungen des Detmolder Hoftheater Projekts (deutsch)

Quellenerschließung mit MEI – Erfahrungen des Detmolder Hoftheater Projekts

Dozentinnen: Irmlind Capelle, Kristina Richts

Universität Paderborn
Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

Detmolder-Hoftheater-Projekt

Zeit: Mi, 19.09., 09:15–17:45 Uhr

Raum: F0.225

Nach vierjähriger Arbeit in dem DFG-finanzierten Projekt «Entwicklung eines MEI- und TEI-basierten Modells kontextueller Tiefenerschließung von Musikalienbeständen am Beispiel des Detmolder Hoftheaters im 19. Jahrhundert (1825–1875)» stellen die Mitarbeiterinnen des Projekts ihre Arbeit, ihre Erfahrungen und ihre Lösungsvorschläge zur Diskussion.

Inhaltliche Schwerpunkte dieses Tages werden u. a. die Entwicklung des Metadaten-Editors (für Personen, Werke und Quellen) sowie die Quellenerschließung mit MEI sein. Bei der Diskussion über die Metadaten-Editoren wird Dr. Axel Teich Geertinger (Kopenhagen) beteiligt sein, der die neuesten Entwicklungen der MerMEID vorstellt. Es besteht so die Gelegenheit, die Anforderungen an die Editoren für unterschiedliche Interessen (Werkverzeichnisse, Quellenbeschreibungen etc.) zu diskutieren.

Bei dem Thema Quellenerschließung steht u. a. die Frage der Nachweisbarkeit von Datierungen und Schreiberhänden im Zentrum. Durch das kontextuelle Material im Hoftheater-Projekt können diese Informationen nicht nur direkt aus dem Aufführungsmaterial sondern z. B. auch über Rechnungsbelege abgeleitet werden. Von besonderem Interesse wird hierbei auch sein, wie Unsicherheiten codiert und dargestellt werden können.

Das Expertengespräch bildet den Auftakt des diesjährigen MEI-Metadaten-Treffens und stellt eine Fortsetzung des Workshops «Metadata Profiles for MEI» dar, der im November 2017 an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz stattfand.

Kurssprache
deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
Umgang bzw. Interesse an digitaler Quellenerfassung
Software
Keine
Zielgruppe
Einsteiger und Fortgeschrittene
Kosten
16,- Euro

Semantic Web/Linked Open Data (deutsch)

Semantic Web/Linked Open Data

Dozent: Stefan Münnich

Universität Basel

Zeit: Mo, 17.09., 14:15 Uhr–17:45 und Di, 18.09., 11:15–17:45 Uhr

Raum: F0.225

Linked Data und das sogenannte Semantic Web (https://www.w3.org/standards/semanticweb/) spielen eine zunehmend wichtigere Rolle sowohl in den digitalen Geisteswissenschaften allgemein als auch in musikwissenschaftlichen/musikeditorischen Zusammenhängen im Speziellen. Darunter fallen u. a. Fragestellungen wie die (weltweite) Bereitstellung, Referenzierbarkeit und Verknüpfung von Forschungsdaten, die (Wieder-)Verwendung von kontrollierten Vokabularen und Ontologien sowie Abfragemöglichkeiten existierender Graphdatenbanken.

Der Workshop ist als Einführung in dieses Themengebiet gedacht und wird neben den grundlegenden Konzepten und Technologien (URI, RDF, OWL, SPARQL) auch die dahinterliegende Vision eines «Web of Data» (Tim Berners Lee, 2001) thematisieren. Diesen theoretischen Grundlagen werden einige ausgewählte musikspezifische Anwendungsfälle (z. B. SPARQL-Abfrage der RISM-Datenbank, Music Ontology) und für den praktischen Umgang mit semantischen Technologien nützliche und frei zugängliche Tools zur Seite gestellt. Der Kurs richtet sich an Einsteiger, es sind keine Vorkenntnisse erfoderlich. Ein grundsätzliches Verständnis des «klassischen» Internets bzw. «traditioneller» relationaler Datenbanken ist jedoch von Vorteil.

Kurssprache
deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
keine
Zielgruppe
Einsteiger
Kosten
24,– Euro

Spotlights (deutsch)

Spotlights

Mit diesem Format erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ESS die Gelegenheit, eigene Projekte, Themen, interessante Technologien, Probleme oder Fragestellungen im Rahmen einer 90-minütigen (wahlweise 30-minütigen) Veranstaltung zur Diskussion zu stellen. Das Format (Impulsreferate, Präsentationen, kurze Workshops, Diskussionspanels etc.) wird freigestellt. Informationen zur Bewerbung finden Sie hier.

Die Beschreibungen der Spotlights werden nach Abschluss der Bewerbungsphase hier bekannt gegeben.

Für den Besuch dieser Veranstaltungen ist keine Anmeldung notwendig. Die Spotlights sind kostenlos für Anfänger und Fortgeschrittene zugänglich.


Di, 18.09., 9:15–10:45 Uhr

Raum: F0.231

David Hofmannn

Music Processing Suite für symbolische Verarbeitung und Analyse von Musik

Folgende Projekt-Inhalte werden vorgestellt:

  • Eine neue Kompositionssprache.
  • Zwei neuartige Modelle zur Darstellung von Musik.
  • Eine Infrastruktur zur Transformation von Daten zwischen verschiedenen Formaten (u.a. MIDI, MusicXML, LilyPond, SVG, PDF).
  • Möglichkeiten zur musikalischen und statistischen Analyse von Musik (von einzelnen Werken bis hin zu großen Corpora).
  • Einen experimentellen Algorithmus zur Generierung von Musik anhand statistischer Merkmale.

Di, 18.09., 9:15–10:45 Uhr

Raum: F0.225

Dr. Matthias Pasdzierny, BAZ-GA, BBAW

Audio Annotation – Workshop

Die Einbindung von Audio-Material in musikwissenschaftliche Gesamtausgaben stellt noch immer eine Herausforderung dar. Neben der Digitalisierung und Re-Medialisierung des Quellenmaterials oder dem Alignment von Notation und Klang betrifft das vor allem auch die Frage nach der Auszeichnung und Annotation von aufgenommenem Klang. Trotz mittlerweile durchaus in signifikanter Zahl vorhandener Einzelentwicklungen für spezifische Anwendungen liegen für den Kontext kritisch-wissenschaftlicher Ausgaben bislang kaum Lösungen vor, die technisch wie vor allem auch philologisch vollständig überzeugen. Dennoch finden sich in benachbarten Disziplinen und in (auch kommerzieller) Software Ansätze, die auf wissenschaftliche Musikeditionen sinnvoll übertragen werden könnten.

Im Workshop werden zunächst einige der zahlreichen existierenden Projekte und Realisierungen im Bereich Audio Annotation vorgestellt, etwa (je nach Anzahl der Teilnehmer*innen) CrowdCurio1, BAT2, Praat3, Soundscape Annotation Tool4, Sonic Visualizer/Annotation Layer5, EAnalysis6 und ELAN7. Es folgt eine gruppenweisen Erprobung an Audio-Material aus einem aktuellen Editionsvorhaben sowie eine kurze Präsentation der jeweiligen Ansätze, Ergebnisse, Möglichkeiten und Limitierungen. Abschließend soll es darum gehen, für den Bereich Audio Annotation in musikwissenschaftlichen Ausgabe insgesamt die Anforderungen, Einsatzgebiete und Probleme zu diskutieren.

Literatur: Hadjakos, Aristotelis; Iffland, Joachim; Keil, Reinhard; Oberhoff, Andreas; Veit, Joachim: Challenges for Annotation Concepts in Music, in: International Journal of Humanities and Arts Computing 11/2 (Okt. 2017), S. 255–275.


Do, 20.09., 9:15–10:45 Uhr

Raum: F0.231

Norbert Dubowy

Die Digital-interaktive Musik-Edition der Digitalen Mozart-Edition: Wie und Warum? Erfahrungen aus einem Großprojekt

Die Digital-interaktive Musik-Edition (DIME) ist Teil der Digitalen Mozart-Edition (Projektgruppe DME::Music), die von der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg und dem Packard Humanities Institute (Los Altos, Kalifornien) verfolgt wird. Das Ziel ist der Aufbau einer volldigitalen Musikedition für das Mozartsche Gesamtwerk, weshalb DIME mit Fug und Recht als Großprojekt bezeichnet werden kann. Die Edition baut ideell (was die editorische Leistung betrifft) und materiell (was die Ausgangsdaten angeht) auf der Neuen Mozart-Ausgabe, einer traditionellen analogen Druckedition auf; sie will die NMA-online mit einer voll-digitalen Version komplementieren, aber diese auch dort, wo es sinnvoll ist, durch Neueditionen ergänzen. Die Codierung erfolgt in MEI, für die Visualisierung wurde ein Interface entwickelt, das auf Verovio aufbaut.

In diesem Spotlight soll in einem ersten Teil das Projekt in seinen Grundprinzipien und den bisher getätigten Entwicklungsschritten vorgestellt sowie die erzielten Ergebnisse, insbesondere die Funktionen des Interface, praktisch demonstriert werden. Im Zusammenhang der Projektpräsentation können auch Fragen der Arbeitsorganisation sowie Probleme und Lösungen aus dem Projektalltag angesprochen werden.

Auf dem Weg zu seiner Realisierung war und ist des Projekt mit einer Vielzahl von Fragen und Problemen konfrontiert, die in einem zweiten Schritt – zumindest selektiv – diskutiert werden sollen. Dazu zählt etwa das Verhältnis zur NMA bzw. NMA-online, die Interdependenz von Codierung und Visualisierung, aber auch individuelle Probleme der Codierung oder Codierungstiefe.

In diesem Zusammenhang soll das Spotlight zum Anlass genommen werden, die – gerade in jüngerer Zeit – häufiger an das Projekt herangetragene Frage nach Wert und Nutzen einer volldigitalen Edition in einem größeren Kreis zu diskutieren. Welche Angebote und Perspektiven gibt es auf der Seite des Projekts, welche Erwartungen und Wünsche bestehen auf der Seite der potentiellen Nutzer? Letztlich geht es dabei auch um die Positionierung einer digitalen Musikedition dieser Art im Panorama gegenwärtiger Entwicklungen auf dem Gebiet digitaler Musikangebote.

Anders als andere digitale Editionsprojekte versteht sich die Digital-interaktive Musik-Edition nicht als ein Projekt, das an einem Einzelwerk oder -aspekt exemplarisch die Möglichkeiten der digitalen Musikedition demonstrieren will, sondern es geht um die Schaffung eines großen, gebrauchsfähigen Korpus. Daher soll zuletzt der Frage nachgegangen werden, inwieweit dieses Projekt, das – zumindest in einem Teilbereich – auf einer analogen Edition beruht, modellhaft sein kann für ähnliche digitale bzw. retro-digitale Editionsprojekte.


Do, 20.09., 9:15–10:45 Uhr

Raum: F0.225

Henner Drewes, Vera Grund

Virtuelle Erschließung des Wiener Ballettrepertoires der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Editionsprojekt im Rahmen des Virtuellen Forschungsverbunds Edirom (ViFE) und dem Zentrum Musik – Edition – Medien (ZenMEM)

Das Wiener Ballettrepertoire der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert ist in ungewöhnlich dichter Quellenlage für das Genre Tanz überliefert: Das kalendarische Theaterrepertoire des Tänzers und Choreographen Philipp Gumpenhubers enthält neben Ausführenden und Aufführungsdaten auch Informationen über den Inhalt der aufgeführten Ballette. Beschreibungen finden sich außerdem in Zeitungsrezensionen oder Tagebucheintragungen. Eine Sammlung von über 180 Ballett-Musiken liegt im Schlossarchiv von Český Krumlov. Außerdem existieren ca. 35 Szenebilder zu den Balletten, die über die Besetzung ebenso einen Eindruck geben wie über das intendierte Szenarium, vor allem aber auch über Bewegungsqualitäten und tänzerischen Gestus.

Eine kombinierte digitale Erschließung und Edition dieser Materialien erlaubt neuartige Zugänge zu diesen Quellen. Text, Musik, Abbildungen und Bewegung können über eine Erfassung in Codierungsstandards wie TEI und MEI sowie mit Hilfe der Edirom-Technologie miteinander in Beziehung gesetzt werden.

Erstmals soll versucht werden in Kooperation mit der Tanzwissenschaft, Annäherungen an historische Tanzchoreographien digital zu dokumentieren, um damit die Voraussetzungen für eine animierte Darstellung zu schaffen. Analog zu den MEI- und TEI-Formaten soll hierzu die Software MovEngine erweitert werden, die zurzeit schon eine strukturierte Repräsentation von Bewegungsdaten ermöglicht.

Durch die Darstellung der musikalischen Quellen mit Faksimiles sowie Codierung im MEI- Format können die Benutzer eigenständig Bezüge zwischen den verschiedenen Balletten ermitteln, wie sie für dieses Repertoire typisch sind. Zugleich wird damit eine akustische Realisierung und deren Verknüpfung mit der geplanten animierten 3D-Darstellung möglich.

TEI für Einsteiger (deutsch)

TEI für Einsteiger

Dozenten: Joachim Veit, Kristin Herold

Universität Paderborn
Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe
Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe

Zeit: Mo, 17.09., 14:15 Uhr–17:45 und Di, 18.09., 11:15–17:45 Uhr

Raum: F1.110

Der Kurs führt in die Grundlagen der Textauszeichnung nach den Richtlinien der Text Encoding Initiative (TEI) ein. TEI wurde als XML-basierte Auszeichnungssprache speziell für die Zwecke der Geisteswissenschaften konzipiert und ist inzwischen als Standard für die wissenschaftliche Textkodierung so etabliert, dass neue Texteditions-Projekte ohne die Anwendung dieses Standards kaum noch denkbar (und förderwürdig) sind.

Nach einer knappen allgemeinen Einführung in XML werden sich die Teilnehmer*innen anhand von kleinen Übungen in die Praxis der Textauszeichnung mit TEI einarbeiten und einen Überblick über die Bedeutung und die verschiedenen Module dieser Sprache erhalten. Vordergründiges Ziel des Kurses ist es, die Teilnehmer*innen zu einem selbstständigen Umgang mit den TEI-Guidelines anzuleiten und damit für eine spezifische Vertiefung im Rahmen ihrer Projekte zu rüsten.

Kurssprache
deutsch
Voraussetzungen/Vorkenntnisse
keine
Software
XML-Editor (z.B. oXygen), Internetbrowser
Zielgruppe
Einsteiger
Kosten
24,- Euro

Die ESS beginnt am Montag um 13:30 Uhr mit einer gemeinsamen Begrüßung. Bereits am Vormittag besteht die Gelegenheit, sich bei der Installation der notwendigen Programme unterstützen zu lassen. Wir freuen uns, dass wir für die öffentliche Eröffungskeynote am Dienstagabend Prof. Dr. Anne Baillot (Universität Le Mans) gewinnen konnten.

Am Montag und Dienstag sowie am Donnerstag und Freitag finden je anderthalbtägige Kurse statt. Mittwochs werden halbtägige Kurse angeboten, sodass alle Kurse ohne Überschneidungen gebucht werden können.

Auch in diesem Jahr sind wieder die «Spotlights» am Dienstag- und Donnerstagmorgen im Programm:
Sie sind eingeladen, sich als ReferentIn hierfür zu bewerben. Gewünscht sind Technologie-Referate, Impulsvorträge, Workshops, Diskussionsangebote, etc. Das Format ist offen; die Spotlights sind Forum des gegenseitigen Austausches, Plattform für kompakte Information, Zukunftswerkstatt und Diskussionsraum. Die TeilnehmerInnen der ESS müssen sich für diese Veranstaltungen nicht anmelden und können sie wahlweise dienstags oder donnerstags besuchen.

Die bewährte Postersession (früher «Edirom-User-Forum»), an der sich alle TeilnehmerInnen beteiligen können, finden in diesem Jahr am Montagabend statt. Sie gibt Gelegenheit, mit einem Poster und max. dreiminütigem Kurzvortrag eigene Ideen und Projekte rund um die Themen «Digitale Musikwissenschaft», «Digitale Musikedition» bzw. «DH im Kontext der Musikwissenschaft» zu präsentieren und zu diskutieren. Die Poster werden anschließend bis zum Ende der ESS im Foyer hängen, sodass sie auch an den folgenden Tagen als «Werbung» und Diskussionspunkt dienen. Wie im letzten Jahr, werden wir auch diesmal das beste Poster prämieren. Für unsere Planung und die Bereitstellung der Stellwände bitten wir InteressentInnen, die ein Poster präsentieren möchten, dies bis zum 1. September 2018 anzumelden: ess@edirom.de

Natürlich wird auch der beliebte gemeinsame Abend, dieses Jahr wieder im «Brauhaus», wie gewohnt am Mittwochabend stattfinden.